TÜV nicht bestanden: was die Mängelliste bedeutet und wie du sie günstig abarbeitest
Erheblicher Mangel, Nachprüfung, Monatsfrist: was der Prüfbericht bedeutet und wie du die Mängelliste günstig abarbeitest.
Der Prüfbericht liegt auf dem Beifahrersitz, die Plakette fehlt, und auf dem Zettel stehen Begriffe, die keiner erklärt. Das ist der Moment, in dem viele Leute die teuerste Entscheidung ihres Autojahres treffen – nämlich gar keine, bis die Frist abgelaufen ist.
Die vier Stufen im Prüfbericht
Ohne Mängel. Plakette, fertig.
Geringe Mängel (GM). Du bekommst die Plakette trotzdem. Du bist verpflichtet, den Mangel unverzüglich zu beheben, aber es gibt keine Nachprüfung. Typisch: eine defekte Kennzeichenleuchte, leichter Ölfeuchtigkeitsfilm.
Erhebliche Mängel (EM). Keine Plakette. Du musst reparieren und innerhalb eines Monats zur Nachprüfung. Fahren darfst du weiter. Das ist der mit Abstand häufigste Fall.
Verkehrsunsicher (VU). Keine Plakette, und das Fahrzeug darf nicht mehr fahren. Der Prüfer kann das Kennzeichen entstempeln. Kommt selten vor, meist bei durchgerosteten tragenden Teilen oder einer defekten Bremsanlage.
Die Frist, die Geld kostet
Ein Monat ab dem Tag der Prüfung. Innerhalb dieser Frist wird nur nachgeprüft, was beanstandet wurde, und die Gebühr dafür ist ein Bruchteil der vollen Untersuchung.
Verstreicht der Monat, ist die komplette Hauptuntersuchung neu fällig – der ganze Katalog, die volle Gebühr. Das ist der eigentliche Kostentreiber beim Durchfallen, nicht die Reparatur.
Die Liste sortieren, bevor du sie abarbeitest
Nimm den Prüfbericht und teile die Punkte in drei Gruppen:
- Selbst zu machen, heute. Leuchtmittel, Wischerblätter, Wischwasser, Reifendruck, abgelaufener Verbandkasten. Das ist der Teil der Liste, der nach viel aussieht und wenig kostet.
- Werkstatt, aber planbar. Bremsbeläge, Reifen, kleinere Undichtigkeiten, ausgeschlagene Spurstangenköpfe.
- Die Frage, die man ehrlich stellen muss. Wenn Rost an tragenden Teilen oder ein Motorschaden im Raum steht: Lohnt die Reparatur beim Zeitwert dieses Fahrzeugs überhaupt noch?
Punkt drei ist unbequem, aber er gehört an den Anfang, nicht ans Ende. Es hat wenig Sinn, 200 Euro in neue Bremsen zu stecken und danach festzustellen, dass der Schweller nicht mehr zu retten ist.
Du darfst frei wählen, wer repariert
Ein verbreiteter Irrtum: Man müsse dort reparieren lassen, wo geprüft wurde. Das stimmt nicht. Die Prüforganisation prüft, sie repariert nicht – und wo du reparieren lässt, ist deine Entscheidung.
Sinnvoll ist eine Werkstatt, bei der die Nachprüfung gleich mitläuft. Bei uns in der Bremer Straße kommt der Prüfer zu festen Terminen in den Betrieb: Wir arbeiten die Liste ab, die Nachprüfung findet direkt bei uns statt. Das spart dir die zweite Fahrt zur Prüfstelle. Mehr dazu auf unserer Seite zu TÜV, HU und AU.
Genau so ist es einer unserer Kundinnen ergangen, die mit einer Mängelliste einer Prüforganisation zu uns kam: Mängel behoben, Plakette hinterher – in einem Durchgang.
So vermeidest du die Runde beim nächsten Mal
Der Vorab-Check zwei Wochen vor dem Termin ist die günstigste Versicherung gegen genau diesen Ablauf. Was dabei angeschaut wird und was du selbst prüfen kannst, steht in unserer TÜV-Checkliste.
Und wenn im Bericht Fahrwerksteile stehen: Nach dem Tausch von Spurstangen oder Querlenkern gehört die Achse vermessen, sonst frisst das Auto die nächsten Reifen. Warum, steht in Achsvermessung.
Das werden wir oft gefragt.
Wie lange habe ich Zeit für die Nachprüfung?
Einen Monat ab dem Tag der Hauptuntersuchung. Innerhalb dieser Frist wird nur nachgeprüft, was beanstandet wurde, und das zu einer reduzierten Gebühr. Danach ist eine komplette neue Hauptuntersuchung fällig – mit voller Gebühr.
Darf ich mit der Mängelliste noch fahren?
Bei geringen und erheblichen Mängeln ja – die Plakette fehlt zwar, aber das Fahrzeug ist nicht stillgelegt. Bei einem als verkehrsunsicher eingestuften Fahrzeug nicht: Das darf nicht mehr am Verkehr teilnehmen und muss abgeschleppt werden.
Muss ich die Mängel dort reparieren lassen, wo geprüft wurde?
Nein. Du kannst frei wählen, wer repariert. Die Nachprüfung selbst muss bei einer Prüforganisation erfolgen, aber auch das geht bei uns in der Werkstatt.
Was kostet die Nachprüfung?
Deutlich weniger als die Hauptuntersuchung, weil nur die beanstandeten Punkte geprüft werden – üblicherweise ein Bruchteil der HU-Gebühr. Voraussetzung ist, dass du die Monatsfrist einhältst.
Das passt dazu.
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